Archiv der Kategorie: Bootshaus

Bootstaufe und Vereinsregatta

Die Bootstaufe als auch die Vereinsregatta wurden mit großen Interesse verfolgt. Die Zweier „Allegro“ für den Leistungssport und „Flamme“ für den Breitensport sind inzwischen in unserem Ruderbetrieb angekommen. Der Bootstaufe schloß sich die Vereinsregatta an. Bei schönem Sommerwetter und mit zahlreicher Beteiligung wurden die Rennen gestartet – Gig-Einer Männer mit 3 Booten/ Renn-Zweier Junioren mit 3 Booten/  Gig-Zweier Frauen mit 2 Booten/ Gig-Mix-Zweier mit 4 Booten und Gig-Würfelvierer mit 4 Booten). Unsere Kooperationspartner – Ruderverein FG, Ruderverein WG und die Uni – haben tatkräftig und sportlich zu dem Tag beigetragen. Vielen Dank an alle!
Ergebnisse Vereinsregatta:

Gig Einer Männer – Moritz Griesel
Gig Zweier Frauen – Bettina Schmid-Rabe/Silvia M. Bartnik
Gig Zweier Mix – Silvia M. Bartnik/Maik Feldmann
Gig Würfelvierer – Stf. Bettina Schmid-Rabe, Maik Feldmann, Sascha Richter, David Wieczorek, Silvia M. Bartnik

Silvia Bartnik

 

Hessischer Rudertag 2017 in unserem Bootshaus

Torsten Gorski


Torsten Gorski

Unser Vorsitzender Torsten Gorski wurde zusammen mit seinen anderen Vorstandskollegen beim Hessischen Rudertag,
der am 4. März 2017 in unserem Bootshaus die Vertreter der hessischen Rudervereine begrüßte, für zwei Jahre erneut in das  hohe Amt gewählt. Nachdem es vor zwei Jahren bei der letzten Wahl in Weilburg noch zu Turbulenzen gekommen war, ging die  gesamte Veranstaltung diesmal sehr glatt über die Bühne. Lediglich der alte und neue stellvertretende Vorsitzende Finanzen  Manfred Matzner kündigte an, dass er zwar zur Wiederwahl bereit ist, seine Amtszeit aber zum kommenden Rudertag in Hanau  beenden möchte.

Neben Torsten Gorski waren noch die Kurhessen Holger Römer (für RV Friedrichsgymnasium und Regattaverein), Dieter Haß  (RV Wilhelmsgymnasium), Karl-Heinz Schmitz (Eschweger RV) und Frank Reppe (Gießener RG) anwesend.

Dieter Haß

Besuch am Bootshaus

IMG_7033_kIm Rahmen des Städtekooperation Kassel – Nowy Urengoi besuchte eine Gruppe russischer Gäste in Begleitung von Prof. Jürgen Reese (UNIKIMS Management School der Universität Kassel) unser Bootshaus. Einige Gäste setzten sich auch nach der Begrüßung durch Helmut Eberhardt ins Boot. IMG_7031_k

So konnte der pensionierte Russischlehrer wieder einmal seine sprachlichen und sportlichen Kenntnisse miteinander verbinden.

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Nowy Urengoi ist eine aufstrebende Großstadt im Bereich bedeutender Gasvorkommen im westsibirischen Tiefland.

Reinhard Kaernbach übernahm dann einen Achter, während der Rest sich dem Gespräch widmete. Vorgesehen war dann noch ein Essen im Bootshaus-Restaurant.

Dieter Haß

Summerschool im RKC

Wie schon in den vergangenen Jahren konnten wir im Rahmen der Summerschool auch in diesem Jahr wieder eine Delegation aus Mitgliedern unserer sibirischen Partnerstadt Nowy Urengoi, der Universität Kassel sowie der Fa. Wintershall bei uns willkommen heißen. Unter der bewährten Leitung von Herrn Prof. Dr. Reese wollten unsere Gäste auch dieses Mal zunächst einen Einblick in unser sportliches Hobby gewinnen, bevor es dann zum gemütlichen Essen und Beisammensein auf die Terrasse unseres Bootshausrestaurants gehen sollte. Der Vorstand hatte mehrere Vereinsmitglieder aufgeboten, die den Delegationsteilnehmern im Gig-Vierer oder Gig-Achter erste Ruderkenntnisse vermitteln wollten. Soweit also eigentlich wie immer. Doch dann kam es ganz anders. Dass Hochwasser mal das Rudern verhindert, kommt ja schon mal vor. Dass unsere russischen Gäste dann aber in ihrer Muttersprache erfahren haben, wie wir in unserem über 100-jährigen Verein Rudern organisieren, und dass die deutschsprachigen Delegationsmitglieder sich dann mit einer Übersetzung begnügen mussten, das ist schon etwas Besonderes. Zu verdanken haben wir dies unserem Ehrenmitglied Helmut Eberhardt, der nach einem langen Berufsleben unter anderem als Lehrer für die russische Sprache keine Mühen gescheut hat, sich für diesen Anlass auch noch das ruderspezifische Vokabular anzueignen. Dem eigens mitgebrachten Dolmetscher der Delegation blieb dann nur die Übersetzung ins Deutsche. Auf Ergometern, die wir vor der Bootshalle platziert hatten, konnte die Ruderbewegung wenigstens einmal geübt und der Krafteinsatz bestaunt werden. So verbrachten unsere Gäste wieder einige vergnügliche Stunden bei uns, obwohl Rudern diesmal „ohne Wasser“ stattgefunden hat.

Martin Kolter/Irene Diebel

Der Vorstand hat das Wort

Liebe Ruderkameradinnen und Ruderkameraden, liebe Freunde des RKC,

Beim Erscheinen dieser Ausgabe wird schon mehr als die Hälfte des Jahres verstrichen sein. Sowohl im Rückblick als auch in der Vorschau gibt es Gutes, aber auch manch Überdenkenswertes zu berichten.

So komme ich zunächst zum leistungssportlich besten Ergebnis, seit Manuela Zander im Jahr 2003 Bronze auf der WM in Mailand für unseren Verein errudert hat: Wir gratulieren unserer Athletin Friederike Reißig zum Gewinn der Silbermedaille auf der Junioren-Weltmeisterschaft in Trakai/Litauen im Juniorinnen-Achter. Hier musste sie sich mit ihren Mannschaftskameradinnen in einem packenden Finallauf nur dem rumänischen Boot geschlagen geben. Friederike hat im Laufe der Saison ihre individuelle Leistungsfähigkeit und auch ihre Stärke als Ruderin im Team immer wieder unter Beweis gestellt, und dies hat letztendlich dazu geführt, dass Sie auf der DJM in Köln für die Junioren WM in Trakai nominiert wurde. Danach folgte eine über fünfwöchige unmittelbare Wettkampfvorbereitung zur WM, und auch von dort berichtete der Sportvorsitzende des Hessischen Ruderverbandes Dietmar Langusch nur Bestes. Diese Leistungen verpflichten uns, Friederike bei der Gestaltung ihrer sportlichen Zukunft im Rahmen unserer Möglichkeiten zu unterstützen. In Kürze möchte sie an der Universität Mainz das Chemiestudium aufnehmen. Diese Standortwahl traf sie u. a. deshalb, weil Friederike dort gute Trainingsbedingungen vorfinden wird und trotzdem unter der Flagge des RV Kurhessen-Cassel weiterrudern kann. Unser Dank gilt dabei nicht nur Friederike, sondern auch den Verantwortlichen des „Bundesstützpunktes Nachwuchs“ in Frankfurt am Main/Mainz, dem Laufbahnberater des Olympiastützpunktes und nicht zuletzt unserem Vereinskameraden Marc Krömer. Wir hoffen hier auf weitere gemeinsame erfolgreiche Jahre.

Für uns ist es bedeutsam, das Rennrudern im Verein weiterhin zu stärken. Wir haben in den letzten Wochen weitere Schritte einer vertieften Zusammenarbeit mit dem Ruderverein Friedrichsgymnasium begonnen. Angespornt durch den guten Auftritt in Kassel wollen wir auch in Zukunft einen Junioren-Achter und einen Juniorinnen-Achter für die Ruderbundesliga an den Start bringen. Diese Mannschaften und einige weitere Aktive bilden zurzeit den Kern des Regattasports in unserem Verein, wodurch wir auch einen erfreulichen Mitgliederzuwachs zu verzeichnen haben. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit den Rudervereinen am Friedrichsgymnasium und am Wilhelmsgymnasium werden unsere Ruderinnen und Ruderer zudem im Herbst am Bundesfinale „Jugend trainiert für Olympia“ in Berlin, einer Herbstregatta und auch an den Landesmeisterschaften in Eschwege teilnehmen.

Dies alles wird unter der Leitung unseres neuen Vereinstrainers Nicolai Schwab geschehen, der Mitte August seine Tätigkeit im Verein aufgenommen hat und den wir herzlich willkommen heißen. Er ist schon zielstrebig dabei, Vorschläge für eine Neustrukturierung des Regattabetriebs zu erarbeiten und sowohl das Wintertraining als auch die Saison 2014 zu planen. Wir wollen uns dadurch im Regattageschäft erneut etablieren und das Aushängeschild in der Region sein. Mein Appell: Wir ALLE müssen unseren Trainer und den Bereich Regattawesen im Verein unterstützen.

Im breitensportlichen Bereich können wir uns mit der Ahnatalschule in Vellmar eine Kooperation vorstellen, die zum Ziel haben sollte, Schüler und deren Eltern als Mitglieder zu gewinnen. Matthias Engelke hat die Aufgabe übernommen, die Zusammenarbeit zu konkretisieren. Andererseits ist leider anzunehmen, dass die Teilnahme der Alexander-Schmorell-Schule (unser Partner im Handicaprudern) am Bundesfinale „Jugend trainiert für Olympia“ in Berlin nicht verwirklicht wird.

Eine wichtige Veränderung hat es in unserer Gastronomie gegeben: Am 01.07.2013 haben Tanja Oertel und Martin Weiß die von Hajo Weber und seiner Frau Sabine so gut eingeführte Gaststätte „Bootshaus“ übernommen. Diesen danken wir herzlich und wünschen unseren neuen Gastronomen viel Erfolg. Die für ein weiterhin gedeihliches Zusammenwirken notwendigen Gespräche haben schon begonnen und werden kontinuierlich fortgeführt werden.

Zuletzt will ich auch an dieser Stelle alle Mitglieder zu einem offenen Dialog auffordern, weil sich dann so manches Problem gar nicht erst stellt oder schnell lösen lässt.

Auch sollte jeder spontan oder nach nötiger Absprache zugreifen, wenn Handlungsbedarf besteht. Auch das Vereinsleben müssen wir, also die Mitglieder, konstruktiv gestalten.

Da reicht es nicht, zum Rudern zu kommen und danach schnell wieder zu verschwinden, nicht ohne zuvor auf „Das war hier früher schon immer so“ bzw. „Der oder Die machen sowieso was sie wollen“ hinzuweisen. Ich habe mich vor einigen Monaten bereit erklärt, an vorderster Stelle Verantwortung im RKC zu übernehmen, und ich bin dankbar für jede Mitstreiterin und jeden Mitstreiter, der – an welcher Stelle auch immer – Verantwortung für unser Gemeinwesen übernimmt. Nur gemeinsam sind wir stark und diese Stärke benötigen wir, um die Zukunft nach unseren Vorstellungen zu gestalten.

Schurri!

Euer Torsten Gorski

 

Friederike Reißig schafft WM-Qualifikation

Vom 20.-23. Juni ging es bei Friederike Reißig des RV Kurhessen-Cassel 1890/1911 um
alles: In Köln kämpfte sie auf den Deutschen Jugendmeisterschaften im Rudern um die Qualifikation für die Junioren-WM in Trakai (Litauen). Dort trat sie im Riemen-Vierer ohne
Steuerfrau des Südteams zusammen mit ihren Partnerinnen Svenja Schomburg, Sophie
Oksche und  Annika Jacobs aus Hanau und Ingolstadt an. Bei extrem windigem Wetter und
schwierigen Bedingungen wurde in einem spannenden Lauf der 3. Platz erreicht. Damit ist der Einzug in die Junioren WM geschafft.

Nach dieser durch Krankheiten sehr durchwachsenen Saison ist dieser dritte Platz ein
zufriedenstellendes Ergebnis. Trainer Matthias Kielhorn kommentierte: „Die harte
Arbeit im Winter hat sich nun ausgezahlt. Nachdem Friederike Ende des Winters die
Qualifikationsnorm auf dem Ruderergometer erbracht hat, konnte sie sich die endgültige
Nominierung nun durch eine solide Leistung auf dem Wasser sichern.“ Nach einem
anderthalb Monate langen Vorbereitungslehrgang nimmt Friederike dann vom 4. bis 12.
August an der Junioren-WM in Trakai teil.

Zwei Sportgeräte

Neue Geräte im Multifunktionsraum – wie uns der Fuldauferweg auch genutzt hat.

Zwei Sportgeräte

Zwei Sportgeräte

Spätestens mit Beginn der Wintersaison werden viele festgestellt haben, dass in unserem Multifunktionsraum neben den zahlreichen Ruderergometern zwei weitere Sportgeräte Einzug gefunden haben.

Und mit den beiden Geräten hat es nun wirklich eine besondere Geschichte:

Es gibt ein Ehepaar aus Baunatal, das mit Rudern eigentlich gar nichts im Sinn hat. Gut, davon wird es viele geben. Nicht weniger selten wird es sein, dass dort im häuslichen Fitnessraum Sportgeräte eher vor sich hinschlummern. Jetzt aber kommt der Fuldauferweg. Dort also geht das Ehepaar aus Baunatal spazieren und freut sich an unserem gepflegten Bootshaus und dem regen Sportbetrieb. Da kam die Idee, dass man die im häuslichen Fitnessraum vor sich hin ruhenden Sportgeräte wieder einer sinnvollen Nutzung zuführen könnte. Und da die Ehefrau des Ehepaars aus Baunatal, das mit dem Rudern gar nichts zu tun hat, früher eine aktive Sportschwimmerin gewesen ist, sollten die Geräte ihre neue Heimat in einem Wassersport treibenden Vereinen finden. Ansprechpartner im RKC waren schnell gefunden, und inzwischen freuen wir uns über den Zuwachs in unserem Multifunktionsraum. Natürlich hat sich der Vorstand nicht lumpen lassen und das Ehepaar aus Baunatal, das mit dem Rudern eigentlich gar nichts im Sinn hat, zu unserer 100-Jahr- Feier eingeladen. Und vielleicht nimmt die Geschichte ja eine weitere gute Wendung und das Ehepaar, das bisher nichts mit dem Rudern im Sinn hatte, betätigt sich sportlich künftig nicht mehr im eigenen Fitnessraum sondern bei uns. „Schaun wir mal“, hat ein berühmter bayerischer Ruderer (oder war’s ein Fußballer?) mal gesagt.

Martin Kolter

Das erweiterte Bootshaus im Jahr 1930

Drei Bootstaufen zum hundertjährigen Jubiläum

Das erweiterte Bootshaus im Jahr 1930

Das erweiterte Bootshaus im Jahr 1930

Im Jahr 1911 wird „Kurhessen“ gegründet, in Kassel (damals Cassel) am schönen Fulda-Ufer. Die Entwicklung des jungen Vereins verläuft sehr dynamisch. Bereits am 15. Januar 1913 erfolgt die Aufnahme in den Deutschen Ruderverband und ein halbes Jahr später, nämlich am 13. Juli 1913, weiht man das neu erbaute Bootshaus ein. Im Jahr 1914 wird das erste Rennen, Vierer m. Stm., in Frankfurt gewonnen. Die Jahre zwischen 1920 und 1935 dürfen als sehr erfolgreich bezeichnet werden, denn die rudersportliche, gesellschaftliche und ökonomische Entwicklung ist sehr rasant. Die Mitgliederzahl steigt im Jahr 1925 auf 289 und mit 9 Siegen in Vierern und Achtern ist man – für die damalige Zeit – sehr erfolgreich. Diese enorme Entwicklung auf allen Gebieten führt zu dem Entschluss, das Bootshaus entscheidend zu vergrößern, so dass im Jahr 1930 das renovierte und von Grund auf erweiterte Bootshaus am 15. Juni eingeweiht werden kann, und schon am Jahresende sind die Gesamtkosten von 62.516 Mark bis auf 2.400 Mark bezahlt.
Die Zeiten nach 1933 aber führten schließlich zur Reduzierung aller Aktivitäten, die letztendlich durch die völlige Zerstörung des Bootshauses im Jahr 1942 beendet und durch die Militärregierung in den Jahren 1945/46 auch noch verboten wurden.

Die Reste des Bootshauses im Jahre 1942

Die Reste des Bootshauses im Jahre 1942

Kurhessengeist ist jedoch – auch durch die Wiederbelebung des gesellschaftlich-politischen Umfeldes – ungebrochen. Im Jahr 1949 ist der Trümmerschutt beseitigt und erste Bootsbeschaffungen werden vorgenommen. Im Lauf der folgenden Jahre wird das Bootshaus zunächst wieder notdürftig aufgebaut, danach mehrmals umgebaut und erweitert, um schließlich im Jahr 1990 durch nochmaligen Ausbau einen Standard zu erreichen, der an die Zeiten nach 1930 anknüpfen darf. Der Verein verfügt nun über genügend Bootshallen, Trainingsräume, Vereinsräume und eine öffentliche Gastronomie. Auch stehen Übernachtungsräume für Wanderruderer zur Verfügung.

Ausbildung, Übungsrudern, regattabezogenes Training und Wanderrudern standen und stehen bei Kurhessen stets an gleicher Stelle. Neben hunderten Regattasiegen auf nationaler Ebene wurden auch deutsche und europäische Meisterschaften sowie zwei Weltmeisterschaften erreicht. Fast täglich findet Ausbildung und breitensportliches Übungsrudern statt. Zwei Trainer kümmern sich um die Rennmannschaften und das Wanderrudern, welches dem Ruderer auch Leistung abverlangen kann, wird gepflegt.

Kurhessen vor Avignon

Kurhessen vor Avignon

Die Kurhessen ruderten und rudern nicht nur auf deutschen Flüssen, auch auf vielen europäischen Gewässern setzt man den Skull ein, z.B. in Schweden, Italien, Frankreich, Polen, Österreich, Dänemark, Schweiz und Belgien.

Doch nun genug zur Geschichte!

Die Festveranstaltungen zur Feier des 100-jährigen Jubiläums vom 12.-14. August 2011 wurden bereits am Freitagnachmittag eingeläutet. An diesem Termin wurden vier Riemen seitens der Kasseler Bank an vier jugendliche Rennruderinnen überreicht.

Am Freitagabend, das Wetter spielte mit, waren Kurhessen-Boote zahlreich auf der Fulda zu sehen, Auswärtige ruderten mit ihren „Ehemaligen“, zwei Gig-Achter, zwei Vierer und zwei Dreier belebten die Fulda. Im Anschluss an die Ausfahrten saß man noch bis in den späten Abend mit den auswärtigen Mitgliedern auf der Terrasse des Bootshauses zusammen. Sehr viel Lebendigkeit prägte diesen Abend.

Im Rahmen seiner Festansprache begrüßte der Vorsitzende Frank Oberbrunner am Samstagvormittag die Ehrenvorsitzenden und Ehrenmitglieder, zahlreiche geladene Gäste sowie weit über 100 erschienene Teilnehmer, hierbei auch auswärtige Mitglieder, die dem Verein seit Jahrzehnten die Treue halten. So hieß er u. a. die Vorsitzenden der benachbarten Ruder- und Schülerrudervereine, die Sportamtleiterin der Stadt Kassel, den Vertreter des Sportkreises Kassel sowie den Oberbürgermeister der Stadt Kassel, Bertram Hilgen, herzlich willkommen. Weiter betonte er, dass der RKC, der heute als „Herzkammer des Kasseler Rudersports“ anzusehen sei, seit seiner Gründung stets auf drei sportlichen „Säulen“ gebaut hat:

  • dem breitensportlichen Übungsrudern,
  • dem Wanderrudern und
  • dem regattaorientierten Leistungsrudern.
Das Bootshaus seit 2001

Das Bootshaus seit 2001

Hinsichtlich der 100-jährigen Geschichte und der damit verbundenen Faszination „Rudern“ verwies der Vorsitzende auf die mit wissenschaftlicher Akribie und viel Idealismus von einer Arbeitsgruppe vorgelegten Festschrift im Umfang von 170 Seiten. Sein Dank galt neben dieser Gruppe auch dem Festausschuss, weiterhin den für das Buffet und die Basare am Nachmittag verantwortlichen Damen, den vielen einsatzfreudigen Mitgliedern und schließlich dem Gastronom – Ehepaar Weber, das seit 11 Jahren die Bewirtschaftung führt.

Die Festansprache des Vorsitzenden wurde fortgesetzt durch die Grußworte des Oberbürgermeisters, des DRV-Vertreters und des Sportkreisvertreters, wobei entsprechende Ehrenzeichen bzw. Geschenke übergeben wurden: Oberbürgermeister Bertram Hilgen überreichte die Sportplakette des Bundespräsidenten, die Silberne Ehrenplakette des Hessischen Ministerpräsidenten als auch einen Scheck der Stadt Kassel; der stellvertretende Vorsitzende des DRV, Torsten Gorski, überbrachte die Jubiläumsflagge des DRV. Bernd Klenke als Vertreter des Sportkreises Kassel hatte als Ehrengabe Gutscheine für Übungsleiterlehrgänge im Handgepäck.

Bootstaufe des Achters

Bootstaufe des Achters

Als würdigender Abschluss des Festaktes und als einer der Höhepunkte des Festes wurden nach diesen sehr ansprechenden Szenarien drei Boote getauft. Die Bootsnamen entsprachen den Wünschen und dem Inhalt der Taufreden der Sponsoren. Diesen, nämlich einigen Vereinsmitgliedern als auch der Kasseler Sparkasse und dem Institut Creditreform gebührt größter Dank. Die Festteilnehmer hatten nun das Vergnügen, den Taufreden zu lauschen und die Bootstaufen zu beobachten.

Der Doppelzweier „Ursula“ trägt den Name der verstorbenen Ehegattin eines der ältesten Mitglieder, zugleich Ehrenmitglied, Hans Vollmann, der hier als Stifter zu nennen ist. Der C-Line-Doppelvierer „Alles fließt“ trägt diesen Name auf Wunsch seines Spenders und Vereinsmitglieds Waldemar Müller-Ruhe, der diesen Begriff als Lebensmotto auffasst. Seine Gattin taufte das Boot, welches er sich aus Anlass seines 65. Geburtstages gewünscht hat und dem Verein schenkt. Der Rennachter „Bonität“ ist eine Spende sowohl der Firma Creditreform – womit der Bezug zum Bootsname hergestellt ist – als auch der Sportstiftung der Kasseler Sparkasse und der Stadt Kassel. Somit gab es hier drei Taufpaten: Herr Dr. Schlegel von Creditreform, Herr Johannink von der Kasseler Sparkasse und Herr Hilgen als Oberbürgermeister der Stadt.

Zum Abschluss des Festaktes bewirtete der Verein die Anwesenden reichlich mit Getränken und Speisen, die der Vereinsgastronom vorzüglich bereitgestellt hatte.

Auch am Samstagnachmittag und Sonntagvormittag wurde viel gerudert, trotz regnerischer Bedingungen; besonders aber wurde die DRV-Barke, die eigens für das Fest von Hannoversch-Münden nach Kassel transportiert wurde, von Gästen und Mitgliedern frequentiert. Ein besonderes Highlight war der Festabend am Samstag, über 100 Gäste folgten der Einladung ins Bootshaus. Nach einigen Ansprachen wurde durch den Vorsitzenden der Gang zum Buffet eröffnet, der Gastronom verwöhnte die Anwesenden mit einem Sommerbuffet der Extraklasse, einschließlich Grillspezialitäten.

Katja Friedenberg und Band waren engagiert und sorgten umfassend für gute Musik und Tanz.

Riemenübergabe

Riemenübergabe

Der Ausklang folgte am Sonntagvormittag: Katerrudern, Jazzfrühschoppen und Verabschiedung der auswärtigen Mitglieder, die im Umkreis von Bremen im Norden bis nach Kaufering/Lech im Süden gerne bei uns waren. Sie alle betonten, dass es ein sehr schönes Fest war. Auch und gerade wegen der Auswärtigen wurde das Programm auf drei Tage ausgelegt, was sich als sinnvoll erwies.

Ein solches Fest motiviert, selten hatte es nach Aussagen des Vorstandes im Vorfeld so viel Engagement gegeben, wodurch das Vereinsleben und gesellschaftliche Veranstaltungen generell gestärkt wurden. Kassel im schönen Nordhessen ist eine Hochburg des Rudersports: erstklassige Wasserbedingungen auf der gestauten Fulda und die Existenz dreier DRV-Vereine, der Uni-Kassel und mehrerer Schülerrudervereine kennzeichnen den Stellenwert.

Die Kooperation mit den Schülerrudervereinen als auch mit der Universität Kassel hatte und hat sehr viele Früchte getragen, auch auf Ebene der Meisterschaften. Resultierend hieraus haben sich in diesem Jahr aus eigener Initiative die Achtermannschaften zur Ruderbundesliga gebildet, sowohl ein Männer-Achter als auch ein Juniorinnen-Achter.

Jochen Moll