Archiv der Kategorie: Jugend

Trainingslager Prieros 2018

Auch dieses Jahr fuhr der Ruderverein Kurhessen-Cassel 1890/1911 e.V., um die Osterzeit herum, in ein Trainingslager.

Es ging wieder mal auf den Heidesee bei Prieros, welcher ca. 20 km von Berlin entfernt liegt. Zusammen mit dem Ruderverein Cassel 2010 e.V. und der Rudergesellschaft Kassel 1927 e.V. als „Kasselprojekt“, sowie mit weiteren Südhessischen Vereinen im Rahmen eines „HRV-Projektes“, waren die Kurhessen 10 Tage lang auf dem Heidesee und den umliegenden Kanälen unterwegs.

Bei den unterschiedlichsten Wetterbedingungen mit Eis, Schnee, Wind, Wellen und Sonnenschein mit ruhigem Wasser hatten wir alle Bedingungen im Trainingslager durchleben können.

Auch für Verpflegung der 36 Sportler und 4 Betreuer wurde im KFJ Prieros ausreichend gesorgt. Da nicht nur die Hessen und insbesondere die Kasseler Vereine auf die Idee kamen, teilten wir uns die Anlage und den einzigen Steg mit zwei weiteren großen Rudergruppen aus Berlin Wannsee und Potsdam. Sodass die Leichtgewichtsgruppe von Trainer Sascha Richter und die schweren B-Junioren von Friedrich Kühne sich entschlossen über das Wasser am Strand ein bzw. auszusteigen.

Aber es wurde nicht nur gerudert, sondern auch Kräftigungseinheiten oder Gymnastikeinheiten wurden teils jeden Abend durchgeführt. Zudem hatte man auch Zeit für Bootsein        stellungen, einen Trip nach Berlin oder eine Rudertheoriestunde mit Landestrainer Steffen Becker gefunden. Alles in allem war es ein sehr Lehrreiches und anstrengendes Trainingslager, in dem jeder Ruderer/in sei es im 1x,2x,2-,4-,4x-,4+,4x+ oder 8+ mindestens 200km gerudert ist. Doch alle sind mittlerweile gut daheim angekommen. Sowohl alle 40 Teilnehmer als auch 4 Motorboote, 25 Ruderboote, 3 Regattahänger und 2 Motorboothänger. 

Der Grundstein auf den man Aufbauen kann ist gelegt.

Der Bericht wurde erstellt von Anna Rebelein und Sascha Richter.

Friederike Reißig schafft WM-Qualifikation

Vom 20.-23. Juni ging es bei Friederike Reißig des RV Kurhessen-Cassel 1890/1911 um
alles: In Köln kämpfte sie auf den Deutschen Jugendmeisterschaften im Rudern um die Qualifikation für die Junioren-WM in Trakai (Litauen). Dort trat sie im Riemen-Vierer ohne
Steuerfrau des Südteams zusammen mit ihren Partnerinnen Svenja Schomburg, Sophie
Oksche und  Annika Jacobs aus Hanau und Ingolstadt an. Bei extrem windigem Wetter und
schwierigen Bedingungen wurde in einem spannenden Lauf der 3. Platz erreicht. Damit ist der Einzug in die Junioren WM geschafft.

Nach dieser durch Krankheiten sehr durchwachsenen Saison ist dieser dritte Platz ein
zufriedenstellendes Ergebnis. Trainer Matthias Kielhorn kommentierte: „Die harte
Arbeit im Winter hat sich nun ausgezahlt. Nachdem Friederike Ende des Winters die
Qualifikationsnorm auf dem Ruderergometer erbracht hat, konnte sie sich die endgültige
Nominierung nun durch eine solide Leistung auf dem Wasser sichern.“ Nach einem
anderthalb Monate langen Vorbereitungslehrgang nimmt Friederike dann vom 4. bis 12.
August an der Junioren-WM in Trakai teil.

Trotz Regen Grund zum Strahlen

Rabea MatschakWie aus Kübeln schüttete es das ganze Wochenende der 77. Kasseler Ruder-Regatta (24.-26.05.2013). Die widrigen Ruderumstände schreckten dreizehn motivierte Athleten des RKC 1890/1911 allerdings nicht davon ab, Höchstleistung auf ihrem Heimatgewässer Fulda zu erbringen. Insbesondere trat dabei Rabea Matschak im Juniorinnen Einer Leistungsgruppe B hervor, die sich an diesem Wochenende sowohl einen ersten als auch zweiten Platz erkämpfte. Auch die jungen Athletinnen Laura Böe, Katharina Lesser, Katharina Reusse und Karoline Breitmeier erzielten im Stadtfrauen-Vierer am Freitag einen sicheren Sieg gegen die Konkurrenz des Friedrich-Gymnasiums (FG). Darüber hinaus startete Laura Böe im Leichtgewichts-Einer, im Mixed-Zweier mit ihrem Bruder Jan Böe und im Frauen-Zweier mit Katharina LeOxensser. Doch nicht nur die Frauen zeigten sich auf der Kasseler Regatta wetterfest. Auch einige Herren des Vereins ließen die Konkurrenz hinter sich im Regen zurück. Maik Feldmann erreichte neben gemeinsamen Rennen mit Matthias Burg im Einer einen souveränen Sieg. Im Breitensport konnten Marcus Böth, Sören Dierks, Stefan Kuntze und Marlon Schrimpf mit Steuerfrau Dorothea Kadenbach neben einem zweiten Platz auch wertvolle Regattaerfahrungen sammeln.

„Die Teilnahme an der Aktion „Rudersport & Schule“ war schon ein großer Erfolg!“

DSC_0055 DSC_0081 IMG_20130506_122858 IMG_20130506_123310In diesem Jahr nahmen die Schülerinnen und Schüler der Alexander-Schmorell-Schule Kassel erstmals am bundesweiten Kräftemessen auf dem Ruderergometer teil.

Für unsere Schülerschaft ging es nicht darum vordere Ränge zu belegen, die Teilnahme an sich, war für viele schon ein großer Erfolg, sind wir doch eine Schule mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung. Bei uns werden Kinder mit den unterschiedlichsten Handicaps und Beeinträchtigungen unterrichtet. Ein Weg der Förderung an unserer Schule ist der Sport.

Im Jahr 2011 wurde in enger Zusammenarbeit mit dem RV Kurhessen-Cassel 1890/1911 eine schulische Ruder-AG gegründet, die es unseren Schüler/innen ermöglicht den Rudersport mit all seinen koordinativen Facetten kennen zu lernen. Ziel dieser Handicap-Ruder AG ist das Erlernen der Grundlagen des Rudersports. Neben dem Training auf dem Wasser erfolgte auch eine ruderspezifische Schulung an Land. So kamen die Schulruderer/innen in den Kontakt mit dem Ruderergometer. Die Idee, an dem Wettbewerb teilzunehmen, entstand.

Mit großer Begeisterung und Engagement beteiligten sich insgesamt 30 junge Sportler und Sportlerinnen der Mittel- und Hauptstufe an dem Wettbewerb. Einschränkungen gab es dabei für die Kids keine. Eine Gehhilfe, der Rollstuhl oder gar die Notwendigkeit eines Assistenten hielten sie nicht auf. Mit viel Leidenschaft ging jeder Teilnehmer/jede Teilnehmerin an die Sache und fuhr je nach individuellem Vermögen seine Meter auf dem Ergometer ein.

Der Aktionstag bereitete der Schülerschaft sehr viel Spaß und stärkte den Willen, über das Ergometer hinaus im Herbst in Berlin am erstmals ausgetragenen Inklusionswettbewerb bei Jugend trainiert für Olympia bzw. Jugend trainiert für Paralympics im Bereich Rudern ebenso anzutreten.

Nach der harten Zeit im Ergometerraum genießen unsere Ruderer nun wieder das Training auf dem Wasser. Eins ist für uns klar, nächstes Jahr sind wir auf alle Fälle beim Wettbewerb „der schnellsten Ruderergometer-Klasse 2014“ wieder am Start.

Alexander-Schmorell-Schule Kassel

Petra Boppert bildet Betriebssportler im Achter aus

Breitensport in der Lifetime-Sportart Rudern

Von Irene Diebel

Petra Boppert bildet Betriebssportler im Achter aus

Christoph Damm bildet Betriebssportler im Achter aus

Zum Breitensport zählen alle sportlichen Aktivitäten, die nicht leistungs- und wettkampforientiert sind. Kann man dies so stehen lassen? Vorerst ja, denn der Begriff bezeichnet den großen Bereich außerhalb des Spitzensports. Zum einen wird er für Sportaktivitäten verwendet, die von einer breiten Masse unterschiedlicher Altersgruppen und beiderlei Geschlechts betrieben werden, zum anderen vereint er die unterschiedlichen Zielsetzungen der in ihrer Freizeit sporttreibenden Menschen. Auch Schul- und Betriebssport gehören dazu.

Da sich das Sportverhalten in den letzten Jahrzehnten dahingehend verändert hat, dass man auch im Alter aktiv bleiben will, wird der Blick häufig auf eine wenig verletzungsanfällige, ausdauerbetonte Sportart gerichtet, die zugleich Gemeinschaft, Teamgeist und Naturverbundenheit bieten kann. Rudern bietet hier eine facettenreiche Plattform, die, wie nur wenige andere Sportarten, den individuellen Ansprüchen gerecht werden kann.

Schüler und Jugendliche

Durch Kooperation zwischen Schule und Verein finden Kinder relativ früh Zugang in die Rudervereine. Einige Schülerinnen und Schüler verschreiben sich dem Leistungssport und zeigen hohen Trainings- und Leistungswillen. Jedoch geht der Trend vieler Jugendlicher dahin, mehrere Sportarten gleichzeitig zu betreiben, dafür die einzelnen weniger intensiv. Höhere schulische Belastung durch verkürzte Schulzeit auf 12 Schuljahre und steigendes Interesse am selbst organisierten und informellen Freizeitsport stellen den Spaßfaktor vor den Wettkampfgeist. Es wird schwieriger für Vereine, dieser Organisationsform gerecht zu werden, denn Breitensportrudern für Kinder und Jugendliche galt bisher als eher „uncool.“ Geschicklichkeitswettkämpfe, Wanderfahrten und Regatten in der jeweiligen Leistungsklasse können eine Motivation bieten.

Zweite Wettkampfebene und Mastersrudern

Es kann ein Ziel sein, in der Zweiten Wettkampfebene, der 2009 ins Leben gerufenen Ruderbundesliga, Regatten zu bestreiten. An bundesweit sechs verschiedenen Standorten starten Vereinsachter der Frauen und Männer auf einer 350 m Sprintdistanz gegen die Uhr. Nach Punktesystem wird zu Saisonende der Titel des „Deutschen Ligachampion“ ermittelt.

Ehemalige Ruderinnen und Ruderer aus dem Hochleistungssport finden sich meist gut im Mastersrudern (ab 27 Jahren) in der jeweiligen Altersklasse zusammen. Dieser große Bereich kann keine homogene Gruppe sein, denn dazu haben die Sportler zu unterschiedliche Bedürfnisse hinsichtlich Bewegung, Wettkampf und Gesundheit. Wettkampfsport sowie regelmäßige Fitness-Einheiten werden in den jeweiligen Leistungsabteilungen organisiert. Es besteht die Möglichkeit auf den seit Jahren etablierten bundesweiten wie internationalen Masters-Regatten auf einer Distanz von 1000 m zu starten. Die FISA World Rowing Masters ist übrigens die größte internationale Regattaveranstaltung. Die Langstrecken-Regatten mit einer Streckenlänge von mehr als 4 km runden das Wettkampfangebot ab. Zum Beispiel die Regatten „Quer durch Berlin“ mit einer Länge von 7 km und der „Grüne Moselpokal“ mit 4 km Länge und einer Wende auf halber Strecke. Durch die individuell dosierbare Trainingsintensität und das vielfältige Wettkampfangebot ist ein fließender Übergang innerhalb der Abteilungen gut möglich. Aber auch Ruderinnen und Ruderer, die keine Wettkämpfe bestreiten möchten, finden Gleichgesinnte, mit denen ein Fitnessrudern zu persönlichen Erfolgen führt. Besondere Beachtung muss natürlich stets die Rudertechnik finden, die man in Abständen kontrollieren (lassen) sollte.

Erfolgreiche Ausbildung durch Jochen Meier, Überreichung der Urkunde

Erfolgreiche Ausbildung durch Jochen Meier, Überreichung der Urkunde

Neueinsteiger

Der dienstleistungsorientierte Freizeitsport, dazu gehören die Ruderausbildung für Neueinsteiger, Fortbildungskurse und der Betriebssport, ist offen für Nichtmitglieder. Er erfordert einen hohen Zeit- und Personalaufwand und wird von ehrenamtlich tätigen Übungsleitern und Vereinsmitgliedern organisiert und durchgeführt. Die Ruderausbildung umfasst einen Grundkurs bzw. einen ihm vorausgegangenen Schnupperkurs, in welchem Neueinsteiger neben den Bewegungsabläufen auch mit den Strukturen des Vereins sowie mit den Vereinsmitgliedern vertraut gemacht werden.

In der Fortbildung festigen sich die Bewegungsabläufe und neue werden erlernt, z.B. das Riemenrudern und in der Einer-Ausbildung wird Rudern im Skiff erlernt, an deren Ende eine Prüfung steht. Weil die koordinativen Fähigkeiten und die zur Verfügung stehende Zeit der Neueinsteiger individuell stark schwanken, ist ein festes Modulsystem nicht immer anzuwenden.

Anders im Betriebssport: hier kann man auf Grund der beständigen Teilnehmerzahl ein Kurssystem anbieten. Tagesfahrten (30-40 km) können am Saisonende stehen und den Gemeinschaftssinn stärken. Vereins- und Betriebssportregatten eignen sich hier als Wettkampfform.

Wanderrudern

Ruderreisen auf naturbelassenen Gewässern werden den Wettkämpfen vorgezogen, nach dem Motto: der Weg ist das Ziel. Auf Wanderfahrten wird der Vielfalt, Eigenart und Schönheit der Gewässer und deren Umgebung Bedeutung zuteil. Eine gute Planung, grundlegende Fitness und Improvisationstalent sind für die Fahrten über mehrere Tage unabdingbar. An anderer Stelle wird ausführlicher über Wanderfahrten berichtet.

Für besondere Ruderkilometerleistungen werden vom Deutschen Ruderverband Auszeichnungen vergeben: DRV Jugendfahrtenabzeichen, Fahrtenabzeichen für Erwachsene, DRV Wanderruderpreis und der Äquatorpreis.

Darüber hinaus kann man seit 2006 das Rudern zur Erlangung des Deutschen Sportabzeichens, vergeben vom Deutschen Olympischen Sport Bund (DOSB), einbringen.

Die Fahrtenabzeichen des DRV (Jugendfahrtenabzeichen und das Fahrtenabzeichen für Erwachsene) werden für eine jährliche Ruderkilometerleistung vergeben. Gestaffelt in drei Altersgruppen jeweils für Frauen und Männer müssen bestimmte Ruderleistungen nachgewiesen werden. Z. B. gilt für einen Ruderer von 31 – 60 Jahre eine Gesamtruderleistung von 800 km, davon müssen 160 km auf Wanderfahrten zurückgelegt werden. Für jüngere Ruderer gelten mehr, für ältere Ruderer und Frauen entsprechend weniger Kilometer. Nach jeweils fünfmaligem Erreichen des Fahrtenabzeichens wird ein Goldenes Fahrtenabzeichen mit der jeweiligen Zahl verliehen.

Der DRV-Wanderruderpreis wird für die beste Leistung im Fahrten- und Wanderrudern an diejenigen Vereine vergeben, deren Leistung am weitesten über der Durchschnittsleistung vergleichbarer Vereine liegt. Die Vereine werden, entsprechend der „Statistik Fahrten- und Wanderrudern“, in fünf Gruppen unterteilt, damit auch kleinere Vereine in ihrer jeweiligen Gruppe diesen Preis erreichen können: Gruppe A = bis 30 aktive Ruderer, B = 31 – 80 aktive Ruderer, C = 81 – 150 aktive Ruderer, D = über 150 aktive Ruderer, E = Schülerrudervereine / -riegen. Der Herausforderungspreis geht nach fünfmaligem Gewinn an den Verein über.

Der Äquatorpreis würdigt eine durch jahrelange Wanderruderaktivität erbrachte Ruderleistung von 40.077 km.

Auch beim Deutschen Sportabzeichen, der Goldmedaille des Breitensports, ist der Rudersport vertreten. In den Bereichen Schnellkraft (Gruppe 4) und Ausdauer (Gruppe 5) kann man die erforderlichen Prüfungen ablegen, z.B.

  • Schnellkraft: 500 m Skiff Männer (30-39 J.) 02:30 Min.; 500 m Skiff Frauen (30-39 J.) 02:45 Min.
  • Ausdauer: 10 km Skiff Männer (18-39 J.) 01:05 Std.; 10 km Skiff Frauen (18-39 J.) 01:15 Std.

Der DOSB verleiht es für einmaligen Erwerb in Bronze, für dreimaligen Erwerb in Silber und für fünfmaligen Erwerb in Gold. Ab der neunten Wiederholung einmal in Gold, mit Wiederholungszahl in Fünferschritten.

Handicap-Rudern

Vom „Handicap-Rudern“ spricht der DRV bei Menschen mit körperlichen, geistigen, seelischen oder Sinnes-Beeinträchtigungen, bzw. Menschen, die aufgrund von erworbenen oder angeborenen Behinderungen dauerhaft, oder aufgrund von Krankheit in ihrer Leistungsfähigkeit längerfristig beeinträchtigt sind. Seit 2005 ist Rudern eine paralympische Sportart. Für Olympia 2008 sind vier Startklassen festgelegt worden, in denen Körperbehinderte und Sehgeschädigte startberechtigt sind. Je nach Beeinträchtigung wird dabei im Einer, Doppelzweier oder Vierer gerudert. Im Vierer sind Körperbehinderte mit geringen Einschränkungen und Sehgeschädigte startberechtigt, im Doppelzweier Körperbehinderte ohne Beinfunktion und der Einer wird als „Arms–only“ Bootsklasse gerudert. Die Einordnung der Sportler zu ihrer Behinderungsklasse wird von einer Klassifizierungskommission vorgenommen. So gut strukturierte Konzepte gibt es außerhalb des Leistungsbereiches bisher noch nicht. Jedoch hat sich das Handicap-Rudern auf Regatten wie dem Ruderfestival in Neukölln „Die silbernen Riemen“ und der Berliner Sommerregatta seit einigen Jahren etabliert. Für alle Vereinsmitglieder kann es eine Bereicherung sein zu erleben, wie Menschen mit Behinderungen die komplexen Bewegungsabläufe des Ruderns erlernen und durch beständiges Üben Fortschritte erreichen. Der DRV bietet hierfür Trainerlehrgänge und integrative Verbandswanderfahrten an, um den Weg der Sportler mit Behinderung in die Vereine zu erleichtern.

Schlussbetrachtung

Mit Blick auf die Aktivitäten in unserem Verein lässt sich folgendes sagen: Durch Bewegungsangebote für alle Altersstufen wird lebenslanges Sporttreiben ermöglicht. Leistungsgestufte Wettkämpfe muss es auch im Breitensport geben, denn Wettstreit liegt in der Natur des Menschen. Beginnend mit der Vereinsregatta ist Regattarudern auf vielen Ebenen möglich. Wer einmal gewonnen hat, wird es wieder wollen! Auch Kilometersammeln ist ein Wettkampf und auf Wanderfahrten gegen Wind, Regen, Strömung, schmerzende Körperteile anzurudern erfordert genauso viel Disziplin, Willen, Toleranz und Teamfähigkeit. Man kommt nur gemeinsam weiter. Nicht zuletzt machen ein respektvolles Miteinander und Freude an der Bewegung unseren Rudersport tatsächlich zur Lifetime-Sportart.

Christian Ullrich

Jugendarbeit heute

Christian Ullrich

Christian Ullrich

Die Jugendabteilung des RVKC umfasste nach der mir vorerst ausgehändigten Liste ca. 40 Mitglieder und deshalb verwunderte mich die etwas spärlich besuchte Jugendversammlung in 2010, welche den zukünftigen Jugendwart und seinen Stellvertreter bestimmen sollte. Der „harte Kern“ hatte sich zusammengefunden, wie man so schön sagt. Dieses Bild sollte auch erst einmal für die nächste Zeit prägend sein. Ich kann aus heutiger Sicht nicht beurteilen, aus welchen Gründen heraus solch ein Desinteresse entsteht. Wer sich hierbei leicht zur Aussage hinreißen lässt: „Früher saß man auch nicht so oft vor dem Fernseher.“, der irrt. Nicht nur unsere technisierte Welt ist schuld am Ausbleiben des Nachwuchses, sondern auch andere Faktoren spielen eine Rolle. In Zeiten des „Turboabiturs“ oder „G8“, wie es wahrscheinlich weniger kritische Stimmen sagen mögen, bleibt nicht viel Zeit für ein Vereinsleben. Sportliche Betätigung tritt heutzutage viel zu oft zu kurz, oder findet keine Unterstützung bei den Eltern. Andererseits fehlt es aber auch an Initiative. So kann beispielsweise auch ein nicht mehr stattfindender Ruderkurs für Kinder ein Grund für das Ausbleiben sein. Außerdem bin ich der Meinung, dass die Belange des Rudersports gegenüber anderen Interessen öfters zu kurz kommen, aber das steht nun wieder auf einem anderen Blatt.
Man möge den demographischen Wandel unserer Gesellschaft beachten, welcher natürlich auch nicht spurlos an unserem Verein vorübergeht, jedoch sollte man trotzdem den Nachwuchs auf jegliche Art und Weise fördern, nicht nur in sportlicher, sondern auch in sozialer Hinsicht. Man hat aber bei der Jugendarbeit nicht nur mit Desinteresse, sondern auch mit alt eingesessenen Strukturen zu kämpfen. Man sollte mit der Zeit gehen und konservatives Denken beiseite schieben, will man den immer wechselnden Verhältnissen Rechnung tragen. „Lernen ist wie Schwimmen gegen den Strom: Stillstand bedeutet Rückschritt!“, um es mit Kästners Worten auszudrücken.
Da aber allen Aspekten Aufmerksamkeit geschenkt werden soll, möchte ich nun zu den positiven Dingen kommen. Erst einmal möchte ich an dieser Stelle Greta Gleim und Matthias Kielhorn für ihr Engagement im Verein danken, da sie die Junioren und Juniorinnen unseres Vereins betreuen, ein wichtiger Schritt, in die richtige Richtung. Darüber hinaus wird sich um den Jugendraum gekümmert. Der Raum wird neu möbliert und eingerichtet und somit dient er auch gut zur Überbrückung mancher Stunden bis zum nächsten Training.

Christian Ullrich